Heute Abend, dem 16 Dezember, haben wir um 18:00 ein Transparent vom Bahnhofsdach des Bahnhofs SBB in Basel gehängt und Feuerwerk und Rauch abgelassen. Wir machen damit auf die Situation in Kurdistan aufmerksam. Der türkische Staat setzt chemische Waffen gegen die kurdisch-türkische Freiheitsbewegung ein.

In den Bergen Kurdistans im Nordirak liegen die Rückzugsgebiete der Guerilla der PKK und anderer revolutionärer Kräfte. In den vergangenen Jahren waren es genau diese Kräfte, die sich entschlossen und erfolgreich gegen die mörderischen Banden des Islamischen Staat stellten. Im Sommer 2014 erkämpften sie einen Schutzkorridor für die vom IS umzingelten Jesid:innen im Nordirak, im Winter 2014 befreiten sie die Stadt Kobane vom IS, im Herbst 2017 wurde Raqqa den Händen der Jihadisten entrissen, bis schliesslich im April 2019 das selbsternannte Kalifat ganz zerschlagen wurde. Es sind diese Kräfte, diese Menschen, die nun vom türkischen Staat seit Monaten durch den Einsatz von chemischem Gas ermordet werden.

EU UND SCHWEIZ SCHWEIGEN!

Der Einsatz dieser chemischen Waffen in den vergangenen Monaten ist gut dokumentiert – viele Dokumente dazu finden sich auf Firatnews (anfdeutsch.com), einer kurdischen Nachrichtenseite, die auf Deutsch erscheint. Die kurdische Freiheitsbewegung hat in den vergangenen Wochen alle fortschrittlichen Kräfte weltweit aufgerufen, sich solidarisch zu verhalten und eine Öffentlichkeit zu diesen Angriffen zu schaffen, um so den Druck zu erhöhen, damit diese Angriffe eingestellt werden. Denn weshalb skandalisieren die westlichen Mächte diese Chemiewaffeneinsätze durch die NATO-Armee der Türkei nicht?

Die Antwort dafür ist in der Frage enthalten: Die Türkei ist strategischer Partner des Westens, hochgerüstet im Rahmen der NATO mit Waffenexporten, finanziert durch dreckige Flüchtlingsdeals mit der Europäischen Union – kein Wunder also, dass die Europäischen Staaten keinen Finger rühren! Auch Schweizer Banken und Grosskonzerne investieren in die Türkei oder in Rüstungsfirmen, welche Waffen für die türkische Armee produzieren. Im Oktober 2021 hat die Schweiz zudem das Freihandelsabkommen mit der Türkei erweitert und so die Wirtschaftsbeziehungen zum türkischen Staat vertieft. Wir sagen Stopp, denn der Krieg beginnt auch hier! Es liegt an uns, tätig zu werden, den Druck von der Strasse her zu erhöhen und die kurdische Befreiungsbewegung in ihrem Kampf gegen die Diktatur Erdogans zu unterstützen!

Solidarität mit Kurdistan!

Schluss mit den Giftgasangriffen!

ROJAVA KOMITEE BASEL

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